Der systemische Ansatz

Der systemische Ansatz betrachtet den Menschen nicht isoliert, sondern als Teil seiner Umwelt mit seinen natürlichen, sozioökonomischen und kulturellen Bedingungen, zu denen auch der Migrationskontext gehört.

Dynamik und Kontext sind die zwei systemischen Kriterien: die biografischen Erfahrungen, die jede Person im Laufe ihres Lebens macht, bezeichnen die Wechselbeziehung zwischen Vorannahmen, Ideen und Bedeutungen, nach denen Mitglieder eines sozialen Systems ihr Weltbild immer wieder neu kreieren, sowie den Regeln und Mustern, nach denen ihr soziales System funktioniert.

Probleme werden nicht als Eigenschaften einzelner Personen gesehen. Symptome oder störende Verhaltensweisen einzelner Systemmitglieder werden als Lösungsversuche oder als Ausdruck festgefahrener Kommunikations- oder Beziehungsmuster im ganzen System angesehen.

(https://www.dgsf.org/service/was-heisst-systemisch )

Der interkulturelle systemische Ansatz

Mit der Globalisierung treten Menschen verschiedener Ethnien, Religionen und Sozialschichten in vielfältigen Konstellationen und Machtverhältnissen in Verbindung. Sich innerhalb interkultureller Rahmenbedingungen bewegen zu können, wird also in Zukunft immer wichtiger werden.

Migrationsbiografien prägen Familien und Partnerschaften auf unterschiedliche Art und Weise. Migrationsprozesse können auch dann eine Belastung für die Familie und Partnerschaft sein, wenn keiner der Partner selbst unmittelbar von Migration betroffen ist.

Die Einwanderungsgeschichte eines Partners kann Erfahrungen und Vorstellungen in eine Beziehung bringen, die durch die andere Herkunft geprägt sind. Dies kann sich auf eine Reihe von Faktoren beziehen: Bindungen und Verpflichtungen, Vorstellungen über Familie, Partnerschaft, die Rolle von Mann und Frau, Erziehung, Freundschaft, Umgang miteinander. Sich in einem fremden Land zurechtzufinden, stellt häufig eine große Herausforderung dar, vor allem dann, wenn es sich um eine unfreiwillige oder konfliktbehaftete Migration handelt.
Verlust von Heimat, Familie und dem vertrauten Alltag, das alles prägt das Ankommen. Hinzu kommt die Unsicherheit, die kulturellen Codes im Alltags- und Arbeitsleben zu entschlüsseln, die Sprache zu lernen, sich in gesellschaftlichen Institutionen zurecht zu finden.

Systemische Therapie ist in besonderer Weise auf die gelungene sprachliche Verständigung zwischen Klient und Therapeut angewiesen. Daher biete ich in meiner Praxis muttersprachliche systemische Therapie und Beratung für Menschen mit vietnamesischem Familienhintergrund an.

(Photo by Olav Ahrens Røtne on Unsplash)